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Klimastarke Stauden: zwei Porträts

klimatauglich – insektentauglich – gartentauglich

Trockenheit, Hitze, Insektensterben: Der Klimawandel stellt Gärtner:innen vor neue Herausforderungen. Wer heute Stauden pflanzt, muss weiterdenken. Joachim Kugler zeigt in seinem neuen Buch «Klimastarke Stauden», wie Gärten auch unter veränderten Klimabedingungen blühen – und gleichzeitig zu wertvollen Lebensräumen für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten werden.

Nach einer fundierten Einführung stellt der Autor rund 70 ausgewählte Arten und Sorten vor, die er über viele Jahre hinweg auf ihre Eignung für zunehmend wärmere und trockenere Sommer getestet hat. Jedes Pflanzenporträt zeigt nicht nur, wie robust und gartentauglich die jeweilige Staude ist, sondern auch, welchen Insekten sie besonders zugutekommt – sei es als Nahrungsquelle oder als Lebensraum. So können Gärtner:innen gezielt entscheiden, welche Gäste sie in ihren Garten einladen möchten: schillernde Schmetterlinge, besonders gefährdete Wildbienen oder einfach ihre persönlichen Favoriten.

Ergänzt werden die Porträts durch Wissenswertes aus der Insektenkunde sowie Hinweise zur Heilwirkung und kulinarischen Nutzung der Pflanzen. Leser:innen erfahren etwa, dass die Indigo-Lupine nicht nur dekorativ ist, sondern von Wildbienen besonders geschätzt wird – oder dass der Safrankrokus neben Hummeln auch die Küche bereichert.

«Klimastarke Stauden» richtet sich an engagierte Hobbygärtner:innen ebenso wie an Profis. Das Buch überzeugt durch seinen ganzheitlichen Ansatz und verbindet Klimatauglichkeit, Gartentauglichkeit und Insektentauglichkeit zu einem praxisnahen Dreiklang für zukunftsfähiges Gärtnern.

In diesem Beitrag stellen wir zwei Stauden vor: die Kartäuser-Nelke und das Echte Labkraut:

Kugler, Joachim
Klimastarke Stauden Buch

CHF 26.00 CHF 21.30*

Kartäuser-Nelke – Dianthus carthusianorum

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Foto: Joachim Kugler

 

Steckbrief:

Höhe: 45 cm
Staudentyp: bodendeckende Staude
Standort: sonnig
Wasserbedarf: trocken
Boden: mineralisch, durchlässig humos
Strategie-Typ: S, K und R (Konzept wird im Buch erklärt)
Frost: winterhart

Die Kartäuser-Nelke zählt du den sogenannten Hemikryptophyten, das heißt, ihre Überdauerungsknospen liegen auf der Oberfläche. Zudem ist sie eine wundervolle und trockenheitsverträgliche Pflanze, fast ohne Limit. Filigran verwende ich sie am liebsten in sehr naturalistischen Staudenbeeten, wo sie sich mit Campanula und Gräsern vermengt. Auch auf Mauerkronen kommt sie gut zur Geltung, und Schmetterlinge lieben ihre Blüten! Ich verwende gerne Dianthus arenarius, aber auch Dianthus deltoides mit ihren verschiedenen Blütenfarben. Wer die Farbtöne Rosa bis Zartviolett mag, dem kann ich Dianthus gratianopolitanus empfehlen. Achtung: Es gibt auch viele Sorten mit gefüllten Blüten, diese sind für Insekten jedoch wertlos.

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Es gibt auch weiße Exemplare: Dianthus arenarius. Foto: Norbert Griebl

 

Die Kartäuser-Nelke ist besonders bei Tagfalter-Raupen und Wildbienen beliebt. Im Buch befindet sich eine detaillierte Auflistung der beliebtesten Arten der Pflanze. Hier möchten wir Ihnen eine Liebhaberin vorstellen: die Violettbraune Kapseleule (Sideris rivularis). 

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Foto: Wikicommons 2.0 Ben Sale

Die zu Beginn dunkelgrüne Raupe der Violettbraunen Kapseleule verändert ihre Farbe in Hellgrün mit gelben Rücken- und Seitenstreifen. Die häufig in Europa vorkommende Art ist nachtaktiv und ein wahrer Feinschmecker unter den Nachtfaltern. Sie begnügt sich nicht nur mit Pflanzenteilen der Futterpflanze, sondern beginnt zumeist als Erstes mit den Blüten. Wie man sieht, gibt es nicht nur unter uns Menschen Blütenfans.

Echtes Labkraut – Galium verum

Steckbrief:

Höhe: 60 cm
Staudentyp: bodendeckende Staude, Gerüststaude
Standort: sonnig
Wasserbedarf: trocken
Boden: mineralisch
Strategie-Typ: S und R (Konzept wird im Buch erklärt)
Frost: winterhart

Kulinarik: Galium odoratum ist beliebt für Kräuterbowle und Tees.

Heilwirkung: Gallium odoratum wirkt krampflösend und ist geeignet für Kräuterkissen.

Rezept Waldmeisterbowle: 2 Liter Wasser mit 100 g Zitronensäure und 1 kg Zucker erhitzen, bis sich dieser gelöst hat. Die Flüssigkeit noch heiß über das abgewelkte Kraut eines großen Bundes Waldmeister gießen und die beiden in Scheiben geschnittenen Zitronen untermengen. Diesen Ansatz nach etwa 3 Tagen abseihen, mit weiteren 2 kg Zucker versetzen, erhitzen und bei etwa 80 °C abfüllen. Die Flaschen nach dem Befüllen sofort verschließen und umlegen.

Besonderheit: Bei zu häufigem Gebrauch leberschädigend! Dies liegt am Inhaltsstoff Cumarin, der auch Bestandteil von Rattengift ist.

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Foto: Joachim Kugler

Das Echte Labkraut ist eine der Favoriten von Joachim Kugler unter unseren heimischen Blütenstauden. Sie ist unglaublich genügsam, verträgt Trockenheit und erfrischt jedes Staudenbild mit ihrer gelben Farbe. Außerdem besitzt die Pflanze Labferment, das in der Käseherstellung eine Rolle spielte und heute noch im Chesterkäse verwendet wird. Des Weiteren wird es zum Einfärben von Getränken eingesetzt. Auch der nahe Verwandte Waldmeister ist in Europa schon lange im Gebrauch, zum Beispiel als Zutat für Bowlen. Aber etwas Vorsicht, nicht zu viel davon zu sich nehmen, sonst bekommt man, vom Inhaltsstoff Cumarin verursacht, Kopfschmerzen! Ansonsten verwendet der Autor noch Galium rubioides oder Galium glaucum in Weiß. Bei allen ist immer etwas Vorsicht geboten, da sie mit ihren Wurzelausläufern zum Wuchern neigen. Und wenn Galium zu gut mit Nährstoffen versorgt wird, kann sie unschön umfallen und Nachbarn damit abdecken. Abhilfe schafft, wenn man die Pflanze nach der Blüte zurückschneidet und damit schwächt (Pinzieren). Galium ruboides braucht frischen und humosen Boden, im Gegensatz zu Galium glaucum, der ein wahrer Trockenheitskünstler ist.

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Auch hier gibt es eine weiße Vertreterin: Galium rubioides. Foto: Norbert Griebl

 

Das Echte Labkraut ist ebsonders beliebt bei Tagfalter-Raupen, Nachtfalter-Raupen und Wildbienen. Im Buch befindet sich eine detaillierte Auflistung der beliebtesten Arten der Pflanze. Hier möchten wir Ihnen eine Liebhaber vorstellen: das Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum). 

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Foto: Joachim Kugler

Das Taubenschwänzchen ist ein tagaktiver Nachtfalter, der aufgrund seines Flugverhaltens häufig mit einem Kolibri verwechselt wird. Im Gegensatz zu seinen großgewachsenen, farbprächtigen Tagfalter-Kollegen, die oft im Wind hin- und hergeweht werden, ist das Taubenschwänzchen ein Bollwerk im Wind. Geschickt manövriert es von Blüte zu Blüte und fasziniert, wie es mit seinem langen Rüssel wie ein Kolibri in der Luft steht. Ich habe dieses Tier schon bei knapp um den Gefrierpunkt fliegen gesehen.
Übrigens: Der Name „Taubenschwänzchen“ stammt von dem kleinen Haarbüschel am Hinterleib, der an den Schwanz einer Taube erinnert.

Joachim Kugler ist Mitinhaber der Firma Kugler und Trinkl für Gartenplanung, -gestaltung und -pflege. An der Universität Krems studierte er ökologisches Garten- und Grünraummanagement und setzte sich dabei auch intensiv mit der Förderung von Tagfaltern im Garten auseinander.

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