Apfelblütenträume
Im Zentrum der vier Texte, die dieser Band versammelt, steht der Apfel. So alltäglich, so unscheinbar, und doch geht es dabei um nichts weniger als um alles. Ursula Krechel erzählt von einer Reise zum Ursprung des Apfels, die sie nie angetreten hat. Von Korbinian Aigner, der als politischer Häftling im KZ Dachau Äpfel züchtet – am Ende seines Lebens hat er hunderte Sorten bestimmt und gemalt. Von Katherine Mansfield und Virginia Woolf und zwei Arten von Einsamkeit, gegen die auch das Schreiben nicht hilft. Und dem Lyriker Michael Hamburger, als jüdisches Kind vor den Nazis nach England geflüchtet, dem es nie wieder gelang, in der deutschen Sprache seine Wurzeln zu finden. Ursula Krechels Essays sind Aufzeichnungen einer Denkbewegung, die immer dem genaueren Sehen dient. Versuche, das zu beschreiben, was sich dem ersten Blick entzieht. Nie genügt ihr, was sie bereits weiß, deshalb ist ihre Literatur immer lehrreich, aber nie belehrend.
176 Seiten
Gebunden
Jung und Jung, 08.10.2026
Deutsch
ISBN/EAN 9783990274538
Geboren 1947 in Trier, seit 1974 zahlreiche Veröffentlichungen – Theaterstücke, Gedichte, Hörspiele, Romane, Essays. Für ihre Romane Shanghai fern von wo (2008), Landgericht (2012) und Geisterbahn (2018) wurde sie vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Joseph-Breitbach-Preis, dem Deutschen Buchpreis und dem Jean-Paul-Preis. 2025 erhielt sie den Georg-Büchner-Preis. Ursula Krechel lebt in Berlin.
Vier virtuose Versuche über den Apfel: die Büchnerpreisträgerin erweist sich einmal mehr als literarische Spurensucherin. Vom Apfel: Gleich wovon Ursula Krechel erzählt, immer wird daraus ein Abenteuer, das Abenteuer großer Literatur!